Spessarteichen

Umschlossen von Main, Sinn und Kinzig breitet sich der Spessart über 2440 km² Fläche aus. Eine nach Südosten sanft geneigte Buntsandsteinplatte von bis zu 400 m Mächtigkeit bildet die geologische Grundlage. Abziehende Meere und Klimaeinflüsse über Jahrmillionen haben Täler in den Buntsandstein geschnitten.
Tiefe Gründe, sanfte Hänge und Höhen charakterisieren die Spessart-Landschaft. Aus dem Maintal erheben sich die Spessartberge bis auf fast 600 m Höhe. Große Teile des Spessarts werden von Laubwaldmischungen bedeckt. Naturschutzgebiete erhalten uralte Spessart-Eichenbestände in ihrer Ursprünglichkeit. Sorgfältig gepflegte Waldungen liefern die weltbekannten Spessart-Furniereichen. Der zentrale Hochspessart ist zu 85% bewaldet.
Mehrhundertjährige Alt-Eichenbestände von hohem Wert vermitteln einen majestätischen Eindruck und ziehen fachkundige Besucher aus aller Welt an. Auch hochragende Buchen-”Dome” bedecken große Flächen.
Für unsere einheimischen Hölzer verwenden wir ausschließlich Rundholz mit PEFC-Zertifizierung.
Vom Einschlag des Rundholzes bis zur fertigen Diele vergehen ca. 2 Jahre. Das Rundholz lagert bis zu einem Jahr im Forst. Danach erzeugen wir aus diesem Rundholz Schnittholz in verschiedenen Stärken und Qualitäten.
Das für die Produktion von Massivholzdielen vorgesehene Schnittholz wird dann mit Latten gestapelt und ca. 6-9 Monate im Freien luftgetrocknet. Nach dieser Zeit werden daraus sog. Rohhobler erzeugt, welche wiederum ca. 3-4 Monate im Freien gelagert werden. Diese müssen dann in speziellen Trockenkammern ca. 4 Wochen lang technisch auf eine Holzfeuchte von ca. 9% getrocknet werden.

Bevor nun daraus eine Landhausdiele gefertigt wird, werden diese getrockneten Rohhobler noch ca. 4 Wochen in einer sogenannten Klimahalle gelagert. Das Klima dieser speziellen Halle ist so abgestimmt, daß das Spektrum der Holzfeuchte verkleinert wird und sich somit möglichst nahe bei 9% einstellt. Nun ist es endlich soweit, daß man in Parkettfabriken daraus Landhausdielen hobeln kann.
Nach wie vor halten wir an dieser aufwendigen Produktionsweise fest, da unsere Kunden die Vorteile daraus direkt nutzen können. Durch diese lange Lagerungsweise wird v.a. bei der Holzart Eiche die im Holz
enthaltene Gerbsäure weitgehend ausgewaschen und erhält dadurch die harmonische gleichmäßige Farbe. Auch ist das Holz dann besonders ruhig und arbeitet wesentlich schwächer. Vor allem Produktionen aus dem
Ausland verzichten zumeist auf diese kapitalaufwendige Produktionsweise und verkürzen diesen Prozess auf ca. 3 - 6 Monate. Diese Produkte sind dann häufig sehr unruhig und haben oftmals eine unnatürliche Farbe.

Der Baum erreicht ein hohes Alter von mehreren hundert Jahren. Bei günstigen Standorten wird er bis 50 m hoch bei Durchmessern bis zu 200 cm, gewöhnlich aber kürzer und schwächer. Der Schaft ist durchweg gut
gewachsen, häufig drehwüchsig und bis 15 m astfrei. Die Rinde ist dick, tief längsrissig und dunkelgrau.
Der Name Stileiche leitet sich davon ab, dass die Früchte (Eicheln) jeweils bis zu 3 Stück an einem bis etwa 8 cm langen stiel vereinigt sind. - Splint und Kernholz sind scharf getrennt. Der Splint ist im allgemeinen schmal und gelblichweiß. Da er nicht witterungsfest ist, hat er wirtschaftlich keine Bedeutung und wird vor der Verarbeitung entfernt. Das Kernholz ist im frischen Zustande graugelb, später an der Luft auf hell- bis
dunkelbraun nachdunkelnd. Jahresringe und Zuwachszonen nicht klar hervortretend. Die Poren bilden im Frühholz des Jahresringes eine ununterbrochene Querzone. Markstrahlen breit und sehr deutlich
erkennbar. Sie bilden im Quartierschnitt ungleich große und verschieden geformte „Spiegel“, die für die Eiche charakteristisch sind.

Das Holz hat im frischen Zustande einen etwas säuerlichen Geruch, aber keinen besonderen Geschmack. Die Struktur ist je nach Standort und Alter unterschiedlich, gewöhnlich gerad- bis drehwüchsig, die Textur
ebenfalls unterschiedlich von feinjährig bis grob. Die Trocknung vollzieht sich langsam, wobei je nach Struktur eine geringere oder stärkere Tendenz zum Reißen und zur Rissbildung gesteht. Das Holz
schwindet wenig und ist – mit Ausnahme des Splintes – sehr dauerhaft, auch bei Verwendung im Freien, im Boden und im Wasser. Es ist sehr gerbstoffhaltig und wird durch Eisenteile stark verfärbt. Die im Holz
enthaltene Gallussäure frisst Eisennägel an.
Das Holz neigt auch nach der Trocknung noch zur Rissbildung, besonders zu Frost- und Schälrissen, Ringschäle u. ä. und wird auch von Insekten befallen. Es ist schwer, fest, hart und zäh. Es übertrifft an Festigkeit, Elastizität und Haltbarkeit alle anderen europäischen Holzarten. Es lässt sich leicht spalten und mit allen Werkzeugen gut und leicht bearbeiten.
Gehobelte Flächen werden sehr glatt und lassen sich oberflächenmäßig mit allen Mitteln gut behandeln. Auch gut zu messern. Ja nach Struktur unterschiedet man „milde“ und „harte“ Eiche. Je breiter die Jahresringe sind, je härter und schwerer ist das Holz; je enger die Jahresringe sind, je leichter und milder ist das Holz.
